Der Thüring-Test für Wahlsoftware (38C3)
Auf dem 38C3 haben Thorsten Schröder und ich einen neuen Test vorgestellt: den Thüring-Test für Wahlsoftware. Acht Jahre nach unserem PC-Wahl-Hack wollten wir wissen, ob sich an der Software, mit der Deutschland am Wahlabend seine Ergebnisse erfasst, irgendetwas verbessert hat.
Zur Erinnerung: 2017 lagen bei der damaligen „PC-Wahl" die FTP-Zugangsdaten im Klartext in der Konfiguration, und die Ergebnisse waren unsigniert.
Das war alles, was man brauchte, um andere Wahlergebnisse auf den Server zu legen. Wir haben das gemeldet, das BSI und das BMI riefen zum Krisentelefonat an, der Hersteller reparierte seine Updates zweimal falsch — und gewählt wurde am Ende mit einer „Notfallhandreichung", die im Kern empfahl, die Ergebnisse zur Sicherheit noch einmal durchzutelefonieren.
Seitdem hat sich vor allem der Markt verändert. Die früheren Konkurrenzprodukte PC-Wahl, vote.it, IVU.elect gehören inzwischen alle zu einem einzigen Anbieter, der die Konkurrenz schlicht aufgekauft hat. Für die Qualität ist das kein gutes Zeichen: Wer keinen Wettbewerb mehr fürchtet, kommt auch mit schlechter Software durch.
So wundert es nicht, dass die aktuelle Erfassungssoftware zum Start erst einmal zehn Minuten braucht.
Wie die Software sich sonst in unserem eigens entwickelten “Thüring-Test” schlägt, erfahrt ihr im Vortrag.
Der Hersteller hat derweil einen “Verein” gegründet, in den man nur mit seinem Segen Mitglied werden kann, und lobbyiert für Online-Wahlen aus dem Ausland.