in der Tagesschau zu Fake News und Social Bots
Rund um den 33C3 war ich in der Tagesschau zu Gast, um über Fake News und Social Bots zu sprechen – ein Thema, das nach dem US-Wahlkampf plötzlich alle umtrieb.
Neu ist an Fake News wenig: Dass Menschen lügen, um andere zu täuschen, ist alt. Neu ist, dass diese Lügen auf immer fruchtbareren Boden fallen – in sozialen Netzwerken, deren Algorithmen die Verbreitung selbstverstärkend nach oben treiben.
Fake News sind dabei nur eine von vielen Formen, mit denen seit jeher versucht wird, Wahlen zu beeinflussen – neben Plakaten, Fernsehen, Radio und allem anderen. Sie werden in der Debatte nur gern so behandelt, als wären sie die einzige.
In einer Welt, in der ohnehin ständig von „Lügenpresse" die Rede ist, wäre ein Zensurmechanismus das Beste, was gewissen Parteien passieren könnte. Und der juristische Weg – Facebook und Co. in Haftung nehmen – ist viel zu langsam: Bis ein Fall aufgeklärt ist, dauert es Monate, während eine neue Falschmeldung in Minuten in der Welt ist.
Bleiben zwei Hebel: die Menschen befähigen, Fake News zu erkennen, und die verstärkenden Algorithmen so anpassen, dass sie zum Korrektiv werden statt zum Brandbeschleuniger.
Der fruchtbare Boden sind wir – und die Fähigkeit, vertrauenswürdige Quellen einzuschätzen und uns unabhängig zu informieren, müssen wir uns selbst wieder erarbeiten.
Ein „Ministerium für Wahrheit" wird uns nicht helfen.